Stopp! Du hoverst schon über dem Button "Erstellen" deines neuen Google-Unternehmensprofils? Bevor du ein Profil anlegst, such deinen Betrieb bei Google Maps. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dein Profil schon existiert: Google erstellt Einträge teilweise aus öffentlichen Daten. Vielleicht hat auch ein früherer Mitarbeiter oder eine Agentur das Profil vor Jahren angelegt.
Legst du in diesem Fall ein zweites Profil an, entsteht eine Dublette. Zwei Profile für denselben Betrieb verwirren Kunden und verstoßen gegen Googles Vorgaben.
Erst nachsehen, ob es das Google-Unternehmensprofil schon gibt
Gibt es deinen Eintrag bereits, legst du kein neues Profil an. Öffne stattdessen business.google.com/add, gib deinen Firmennamen sowie deine Adresse ein und wähle den passenden Eintrag aus der Liste aus.
Zeigt Google an, dass das Profil von einer anderen Person verwaltet wird? Keine Panik. Einfach auf „Zugriff anfordern“ klicken und das Formular absenden. Der bisherige Inhaber erhält eine Benachrichtigung per E-Mail und hat drei Tage Zeit, auf deine Anfrage zu reagieren. Kommt innerhalb dieser Frist keine Antwort, kannst du über den Link in deiner Bestätigungsmail selbst Anspruch auf das Profil erheben.
Google-Unternehmensprofil Schritt für Schritt anlegen
Existiert noch kein Eintrag für deinen Betrieb, richtest du ihn in wenigen Minuten ein. Der gesamte Vorgang ist übrigens kostenlos und damit zwar nicht die beste Werbung, die du für dein Unternehmen schalten kannst, aber immerhin die mit dem besten Kosten-Nutzen-Faktor.
- Melde dich mit einem Google-Konto an, am besten mit deiner geschäftlichen E-Mail-Adresse statt einer privaten Gmail-Adresse, damit das Profil fest beim Betrieb bleibt.
- Öffne die Seite business.google.com/create im Browser.
- Gib deinen offiziellen Unternehmensnamen ein.
- Wähle eine passende Kategorie für deinen Betrieb.
- Gib an, ob Kunden einen Standort während der Geschäftszeiten besuchen können.
- Lege bei Bedarf dein Einzugsgebiet mit höchstens 20 Gebieten fest.
- Trage deine Telefonnummer und die Adresse deiner Website ein.
- Wähle eine Methode zur Verifizierung aus.
Name und Kategorie nach Googles Richtlinien wählen
Bei diesen beiden Angaben kann man schnell mal ins Fettnäpfchen treten. Als Unternehmensname gilt exakt der Name, der beispielsweise an deinem Baustellenschild und auf deinem Briefpapier steht. Zusätze wie Slogans, Ortsangaben oder einzelne Leistungen am besten hier nicht verwenden.
Ein Name wie „Müller Fliesen, Fliesenleger Trier günstig, bester Preis, Schnell & Gut“ verstößt gegen Googles Richtlinien. Manche Berater empfehlen solche Zusätze als Trick für bessere Platzierungen. Meiner Meinung nach ist es das Risiko nicht wert, denn der Zugewinn an Sichtbarkeit ist mit einem gut gepflegten Profil locker einzuholen und du vermeidest, Probleme mit Google zu bekommen. Teilweise geht das bis zur Sperrung deines Profils.
Für die Kategorie gilt Googles feste Regel: Sie beschreibt, was der Betrieb ist, nicht was er hat. Wähle eine möglichst genaue Hauptkategorie und wenige Nebenkategorien. Google erklärt das an einem eigenen Beispiel: Ein Motel mit einem Pool wählt als Kategorie „Motel“, nicht „Hotel“ und auch nicht „Schwimmbad“.
Einzugsgebiet für Betriebe ohne Ladenlokal angeben
Viele Handwerker, Reinigungsfirmen oder Pflegedienste arbeiten direkt beim Kunden. Wenn du an deinem Standort während der Öffnungszeiten keine Kunden empfängst, wählst du bei der Frage nach dem Standort „Nein“.
Die Adresse muss bei Betrieben ohne Ladengeschäft ausgeblendet sein. Bei einem bereits bestätigten Profil kannst du das unter „Standort“ selbst einstellen. Statt deiner Adresse legst du bis zu 20 Gebiete fest, zum Beispiel Orte. Google empfiehlt ein Einzugsgebiet, das etwa zwei Autostunden Fahrtzeit um deinen Firmensitz nicht überschreitet. Pro Region ist nur ein Profil zulässig, denn mehrere Profile derselben Firma in einer Region können laut Google zur Sperrung der Einträge führen. Reine Postadressen oder virtuelle Büros sind nicht erlaubt.
Profil bestätigen
Erst nach der Bestätigung kannst du deine Angaben bearbeiten und auf Bewertungen antworten. Welchen Bestätigungsweg du nutzen kannst, entscheidet Google. Zur Auswahl stehen in der Regel Anruf oder SMS, E-Mail, Videoanruf oder Postkarte.
Wird dir ein Videoanruf angeboten, empfiehlt Google diese Methode. Du zeigst dabei live vor der Kamera, dass dein Betrieb an diesem Ort existiert, etwa über das Klingelschild, den Firmenwagen, Werkzeuge oder deine Werkstatt. Dieser Videoanruf funktioniert nur zu den eingetragenen Öffnungszeiten.
Erfolgt die Bestätigung per Postkarte, trifft der Brief meist innerhalb von 14 Tagen bei dir ein. Der Code darauf verfällt nach 30 Tagen. Nach der Bestätigung prüft Google deine Angaben.
Fünf Tipps für dein Google-Unternehmensprofil
Vollständigkeit: Fülle alle Felder in deinem Profil aus und halte deine Angaben aktuell. Vollständige und genaue Daten helfen Google dabei, dein Profil passenden Suchanfragen zuzuordnen. Für die lokale Suche zählen Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung zum Suchenden steht fest, die Vollständigkeit deiner Angaben kannst du kontrollieren.
Feiertage: Über „Profil bearbeiten“ und „Öffnungszeiten“ legst du besondere Öffnungszeiten fest. Fehlen diese Einträge, blendet Google an Feiertagen einen Hinweis ein, dass deine Zeiten abweichen könnten. Um genervte Kunden vor der verschlossenen Tür zu vermeiden, macht es also Sinn, Feiertage einzutragen.
Bewertungen: Bitte deine Kunden nach getaner Arbeit um Rückmeldungen auf Google, denn für die Bekanntheit wertet Google neben verlinkenden Websites die Anzahl deiner Kundenbewertungen aus. Im Profil lässt sich dafür ein Link oder QR-Code erzeugen, der Kunden direkt zum Bewerten führt. Google empfiehlt, diesen Link auf Rechnungen, in Dankesmails oder per WhatsApp zu teilen und den QR-Code im Laden aufzuhängen. Für die Bewertung brauchen Kunden ein Google-Konto. Gegenleistungen sind verboten, denn ein Rabatt oder ein Gratisprodukt für eine Bewertung gilt bei Google als gefälschte Interaktion.
Zugriffsrechte: Hinterlege unter „Personen und Zugriff“ eine zweite Person als Inhaber oder Administrator. So verschwindet der Zugang nicht mit einer einzelnen Mailadresse. Administratoren dürfen fast alle Funktionen nutzen, aber keine Nutzer verwalten oder das Profil löschen.
Telefonanrufe: Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos. Google verlangt laut eigener Hilfe kein Geld, führt keine Verkaufsgespräche am Telefon und garantiert keine Platzierungen in den Suchergebnissen. Wenn ein Anrufer Geld für deinen Eintrag oder ein besseres Ranking fordert, ist das ein Betrugsversuch. Auch bei mir wurde das schon versucht!
Der nächste Schritt: Dein Profil mit der Website verknüpfen
Such heute bei Google Maps nach deinem Betrieb. Steht er drin, beantragst du die Inhaberschaft, sonst legst du ihn neu an. Danach hältst du deinen Eintrag aktuell. Wie du mit unberechtigten Bewertungen umgehst, erfährst du im Beitrag Google-Bewertung löschen lassen.
Das Profil verlinkt direkt auf deine Website. Name, Adresse und Telefonnummer müssen dort exakt so stehen wie im Profil, Zeichen für Zeichen. Weichen sie ab, weiß Google nicht sicher, ob beides derselbe Betrieb ist.
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