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Der Ausbildungsplatz ist noch frei, und im Oktober auch noch

Der erste August ist vorbei, und in deiner Werkstatt ist die Werkbank für den neuen Lehrling leer geblieben. Viele Betriebe haken das Ausbildungsjahr an...

Der Ausbildungsplatz ist noch frei, und im Oktober auch noch

Der erste August ist vorbei, und in deiner Werkstatt ist die Werkbank für den neuen Lehrling leer geblieben. Viele Betriebe haken das Ausbildungsjahr an diesem Stichtag innerlich ab.

Dieser Schluss greift zu kurz. Ein Ausbildungsvertrag lässt sich auch nach dem ersten August schließen, und in der Praxis passiert das bis weit in den Herbst hinein. Der Stichtag steht im Kalender, nicht im Gesetz.

Mehr Verträge, und trotzdem leere Plätze

Die Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz zählten bis Mitte August 6.029 neu eingetragene Ausbildungsverträge. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 5.682. Weitere kommen bis zum Jahresende dazu.

Trotz der steigenden Gesamtzahl bleiben Ausbildungsplätze in der Region Trier unbesetzt. Der Grund liegt selten am fehlenden Willen der Betriebe. In den meisten Fällen passen Berufswunsch und Voraussetzungen nicht zusammen. Berufe wie Gerüstbauer oder Gebäudereiniger kennen Jugendliche aus ihrem Alltag kaum. Auch im Lebensmittelhandwerk werben Bäckereien und Fleischereien um dieselben Bewerber.

Der übliche Rat trägt nicht weit genug

Er lautet meistens so: Trag die freie Stelle bei der Kammer ein, dann meldet sich schon jemand. Meist ist das zu wenig.

Ein Eintrag reicht nicht, wenn Jugendliche das Berufsbild gar nicht kennen. Eine Zeile in einer Datenbank erzeugt kein Interesse an einem Handwerk, das bisher niemand auf dem Schirm hatte. Wartest du darauf, dass das Telefon von selbst klingelt, sind August, September und Oktober vorbei. Es braucht Handgriffe, die einen Bewerber direkt an die Werkbank holen. Deshalb sortiere ich die vier Wege danach, wie schnell sie wirken, und nicht danach, wie offiziell sie sind.

Das Praktikum wirkt am schnellsten

Einen unbekannten Beruf kannst du auf Papier nicht erklären. Du musst ihn zeigen.

Fährt ein Jugendlicher drei Tage mit auf die Baustelle oder arbeitet im Betrieb mit, verschwinden die falschen Vorstellungen auf beiden Seiten. Du siehst, ob Pünktlichkeit, Motivation und Geschick da sind. Der Jugendliche begreift, worum es bei der Arbeit geht. Aus solchen Tagen entsteht schneller ein Lehrvertrag als aus einem Stapel unbeantworteter Anschreiben.

Wichtig ist, dass du das Praktikum aktiv anbietest und nicht darauf wartest, dass jemand danach fragt. Ein Platz für zwei Wochen im Herbst kostet dich ein paar Stunden Anleitung, und du weißt danach mehr über den Bewerber als aus jedem Zeugnis.

Die Einstiegsqualifizierung

An zweiter Stelle steht die Einstiegsqualifizierung. Das ist ein betriebliches Langzeitpraktikum über vier bis zwölf Monate. In der Regel startet es ab dem ersten Oktober, in bestimmten Fällen geht auch der erste August.

Der Weg greift genau dann, wenn du einem Bewerber die Ausbildung zutraust, die schulischen Zeugnisse aber Lücken zeigen. Die Agentur für Arbeit zahlt einen Zuschuss zur Praktikumsvergütung und übernimmt eine Pauschale zur Sozialversicherung. Die genauen Beträge nennt dir der Arbeitgeber-Service, veröffentlicht werden sie nicht. Den Antrag stellst du über dein Arbeitgeberkonto, sobald der Praktikumsvertrag unterschrieben ist. Am Ende stellt die Handwerkskammer ein Zeugnis aus, und damit kann sich die spätere Ausbildung verkürzen.

Zwei Einträge bei der Kammer, schnell erledigt

Melde deine freie Stelle der Handwerkskammer Trier für die Online-Lehrstellenbörse. Das Portal gleicht die offenen Angebote laufend gegen neu geschlossene Verträge ab, die Übersicht ist also aktuell.

Dazu gehört dein Betrieb in den Ausbildungs- und Praktikantenatlas der HWK Trier. Dort stehen knapp 2.000 ausbildende Betriebe aus der Region, und im Kammerbezirk werden über 130 Handwerksberufe angeboten. Beide Einträge arbeiten im Hintergrund und ersetzen den Tag in der Werkstatt nicht. Kosten tun sie dich zusammen aber auch nurzwanzig Minuten.

Diese Einträge erfüllen ihren Zweck nur, wenn dein Betrieb danach etwas hermacht. Ein Sechzehnjähriger sucht seinen künftigen Chef nicht im Branchenbuch, sondern schaut sich deinen Betrieb vorher auf dem Handy an. Fehlt die Website, wirkt sie alt oder steht dort nur eine Postadresse, fällt deine Werkstatt aus der Auswahl, bevor jemand bei dir angerufen hat. Gute Fotos aus der Werkstatt, zwei, drei Sätze zur Ausbildung und eine gut sichtbare Telefonnummer, reichen dafür schon.

An deiner Stelle würde ich diese Woche zwei Dinge machen: die offene Lehrstelle bei der Handwerkskammer Trier melden und mit dem Arbeitgeber-Service über eine Einstiegsqualifizierung ab Oktober sprechen. Danach nimmst du dein Handy, gehst einmal durch die Werkstatt und machst fünf Fotos. Auf denen soll zu sehen sein, wer bei dir arbeitet und wie die Räumlichkeiten aussehen. Das nimmt Brührungsängste und stellt dein Unternehmen als nahbar dar.

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